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Live im Spritzehaus:
Gerschwitz rockte
mit Burdons „Animals“
Sachsenhausen – Eine Sternstunde des Rock erlebten leider nur wenige Zuhörer
letzte Woche am 11. November im Spritzehaus. Martin Gerschwitz spielte mit
Freunden und den „Ani mals“ von
Eric Burdon.
Eigentlich sollte der Gig von „Martin Gerschwitz & Friends“ Eintritt
kosten, doch nachdem die Musiker die leere Rittergasse entlang geblickt
hatten, war ihnen das Geld schlichtweg egal. Mit dem Kauf einiger Rosen von
einem fliegenden Händler, die er anschließend an einige Damen im Publikum
verteilte, dürfte Gerschwitz sogar nahe an ein Minusgeschäft gekommen sein.
So spielten die vier vor gut 40 Gästen live und mit richtigem Spaß an der
Musik. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, daß fast ausschließlich
Eigenkompositionen von Gerschwitz
gespielt wurden. Dabei zeigte der Tastenmann, daß er auch – für Besucher von
Eric Burdons Konzerten nichts neues – mit der Geige umgehen kann und ein
guter Songwriter ist. Seinem Beinahe-Namensvetter Gershwin zollte er mit der
„Rhapsody in blue“ auf dem Keyboard Tribut und Hochachtung.
Martin Gerschwitz, ausgebildeter Klavierspieler mit klassischem Hintergrund,
geboren und aufgewachsen in Solingen, spielte schon bei Break Point, Lita
Ford, Meat Loaf und The Works, bevor er 1999 als Keyboarder bei „Eric Burdon
& The Animals” einstieg, bei denen er heute immer noch spielt. Nebenher
arbeitet er seit 1996 auch an seiner Solo-Karriere und hat inzwischen sieben
CDs eingespielt. Weitere Informationen zu ihm finden sich auf seiner Homepage
www.martin-gerschwitz.de,
übrigens in deutsch.
Hinter den Freunden verbargen sich der Gitarrist Jan Mengeling, ein gefragter
Studiomusiker, der unter anderem mit Lana Lane und Comastar arbeitete. Der
Bassist Dieter Rubach, ehemals Accept und U.D.O., sowie der Schlagzeuger
Martin Schwebel, früher einer der Schlagzeuger von Fehlfarben, der schon mit
Martin Gerschwitz zusammen in der Band von Howard Carpendale gespielt hatte.
Eine Versammlung angesehener Musiker, wie man sie in Alt-Sachsenhausen nur
sehr selten findet.
Doch damit nicht genug. Da Eric Burdon mit seiner Band auf der Durchreise
nach Spanien in Frankfurt war, beteiligte sich, wenn auch nur kurz, der Rest
der Animals an diesem Gig, der somit Sessionformat bekam. Gitarrist und
Background-Sänger Dean Restum zeigte nicht nur, daß er keine Probleme mit der
Linkshänder-Gitarre von Mengeling hat, sondern trat als Sänger mit seiner
rockigen Röhre aus dem Schatten Burdons heraus, Dave Meros übernahm für
mehrere Songs von Dieter Rubach den Baß (Motto: „Für ein Lied gehe ich nicht
auf die Bühne“) und Bernie Pershey übernahm die Drums. Ein Fest für
Animals-Fans. Hätte nur noch gefehlt, daß Eric Burdon selbst gekommen wäre,
aber er zog es (leider) vor im Hotel zu bleiben.
stz
Die Fotos wurden uns von Anja Leukel
zur Verfügung gestellt.
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